VfR Frankenthal


Verein für Rasenspiele 1900 Frankenthal e.V.

Vereinsadresse:  Am Kanal 8, 67227 Frankenthal
Gegründet:  1900
Vereinsfarben:  blau-weiß-schwarz
Stadion:  Ostparkstadion
Weiteres Stadion: 

Webseite:  www.vfrfrankenthal.de
     


Saisonübersicht

Vereinshistorie

Das Jahr 1900, das der Verein für Rasenspiele heute als Gründungsdatum angibt, ist das Jahr der Gründung des FC 1900 Frankenthal, der im Umfeld der Zuckerfabrik Karcher als eine Art Werksmannschaft entstanden war. Dieser wurde später in FV Frankenthal umbenannt und dann im Zuge der Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten 1937 mit dem 1914 gegründeten FV Kickers Frankenthal zum VfR fusioniert. Der Großverein spielte einige Jahre in der Gauliga mit und zählte auch nach dem Krieg direkt wieder zu den stärksten Mannschaften des Südwestens.

Schon an der ersten Oberligasaison 1945/46 war der VfR beteiligt und belegte den fünften Rang. Dann qualifizierten sie sich jedoch wegen des schlechten Abschneidens im Zonenpokal nicht für die Folgesaison (die Kriterien waren direkt nach dem Krieg dann doch noch etwas seltsam) und nahmen somit einige Jahre nicht an der Oberliga teil, stiegen aber zur Saison 1951/52 wieder in die erste Liga auf.

Im Abstiegskampf 1952 gelang den Frankenthalern am letzten Spieltag ein sensationeller 1:0-Sieg beim 1. FC Kaiserslautern, der große Teile seiner Stamm-Elf nicht aufgestellt hatte. Der Sieg genügte, um nach Punkten noch mit dem VfL Neustadt gleichzuziehen und aufgrund des besseren Torverhältnisses auf einen Nichtabstiegsplatz zu springen. Die Neustädter witterten Schiebung, aber es konnte keine Bestechung nachgewiesen werden. Erst nachdem in der Folgesaison 1952/53 schon der erste Spieltag absolviert war, an dem der VfR mit 3:4 gegen den VfR Kaiserslautern verloren hatte, konnte den Frankenthalern dann tatsächlich ein Bestechungsversuch nachgewiesen werden. Das betraf allerdings nicht das Kaiserslautern-Spiel, sondern das Match gegen den 1. FC Saarbrücken, in dessen Vorfeld man von Frankenthaler Seite versucht hatte, den FCS zu einer Niederlage zu überreden (was nicht gelang, denn das Spiel endete 2:2). Der VfR wurde kurzerhand aus der Oberliga geworfen und mußte somit die Saison in der 2. Division spielen.

Um den freigewordenen Platz gab es Diskussionen und schließlich ein Entscheidungsspiel in Worms zwischen dem VfL Neustadt und dem Zweitliga-Dritten Hassia Bingen, das die Rheinhessen mit 1:0 gewannen. In der Oberliga war die Hassia dann aber nicht konkurrenzfähig und landete mit 3:57 Punkten abgeschlagen am Tabellenende. Der VfR Frankenthal belegte in der 2. Oberliga den zweiten Platz hinter dem ASV Landau und war somit schon im Jahr darauf wieder in der Oberliga, als sei nichts gewesen (während der leidtragende VfL Neustadt da bereits in die Amateurliga abgerutscht war). Am ersten Oberligaspieltag hieß der Gegner 1. FC Kaiserslautern, und der VfR gewann vor der Rekordkulisse von 16.000 Zuschauern im Ostparkstadion mit 4:2…

Nun etablierte man sich in der Oberliga und spielte mit Ausnahme der Saison 1961/62 alle Spielzeiten in der Erstklassigkeit. Die beste Plazierung der Vereinsgeschichte errang der Verein 1956/57 als Tabellendritter; es fehlten am Ende nur zwei Punkte auf den 1. FC Saarbrücken und die Teilnahme an der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft. Ein Abstieg 1961 wurde umgehend korrigiert, und als Tabellenelfter der letzten Oberligasaison qualifizierten sich die Frankenthaler für die neue Regionalliga. Hier erreichte der VfR aber nicht mehr die Stärke der Oberligazeit, belegte nur einmal mit Rang 7 einen einstelligen Tabellenplatz und steckte ansonsten zumeist im Abstiegskampf.

Finanziell war der Verein nicht auf Rosen gebettet; der Zuschauerzuspruch im Großraum Mannheim-Ludwigshafen mit vielen Konkurrenzvereinen von Oppau bis Waldhof war nur mäßig. 1969 mußten sie dann als Vorletzter, einen Punkt hinter der SV Weisenau, in die Amateurliga absteigen. Den wachsenden finanziellen Problemen begegnete man mit der Umbenennung in VfR Pegulan Frankenthal. Pegulan war ein Frankenthaler Unternehmen, das Bodenbeläge (Linoleum, Kunstharze, PVC) herstellte. Nachdem Pegulan jedoch 1975 selbst in Schwierigkeiten geriet, kehrte man beim VfR zum ursprünglichen Namen zurück. Als VfR Pegulan gelang 1970 die direkte Rückkehr in die Regionalliga, jedoch nur für zwei Jahre.

In der Amateurliga belegte der VfR in der Saison 1977/78 dann nur den 13. Tabellenplatz und verpaßte so die Qualifikation zur Oberliga Südwest deutlich. Bis heute gelang der Aufstieg in die höchste südwestdeutsche Klasse nicht mehr, und seit dem Abstieg aus der Verbandsliga im Jahr 1987 spielen die Frankenthaler nur noch in regionalen und lokalen Amateurligen. Nach drei Spielzeiten in der Landesliga war der Verein finanziell und organisatorisch zunehmend ins Schlingern geraten und hatte die Landesliga-Saison 2015/16 mit der katastrophalen Bilanz von 15:150 Toren und null Punkten beendet. Auch in der (achtklassigen) Bezirksliga Vorderpfalz kämpfte der VfR vergeblich gegen den Abstieg (sechs Punkte, 21:119 Tore) und wurde in die A-Klasse Rhein-Pfalz durchgereicht.